Warum können normale Elektrikerzangen nicht zum Abisolieren der LWL-Beschichtung verwendet werden?
In der Lichtwellenleitertechnik und optischen Ingenieurwissenschaft ist die Verwendung von gewöhnlichen Elektrikzangen (oder Drahtabisolierzangen) zum Abisolieren der Beschichtung von Glasfasern strengstens untersagt. Dies wird hauptsächlich durch die mikroskopische Struktur von Glasfasern, ihre mechanischen Eigenschaften und die präzisen geometrischen Toleranzen von Abisolierwerkzeugen bestimmt.
Die spezifischen Gründe lassen sich aus den folgenden drei akademischen und technischen Perspektiven analysieren:
1. Unterschied im Größenmaßstab und in den Fertigungstoleranzen (Scale & Tolerance)
Gewöhnliche elektrische Leiter (wie Kupfer- oder Aluminiumdrähte) haben typischerweise einen Durchmesser im Millimeterbereich (mm). Ihre Isolierhülle ist relativ dick und duktil. Die Schneiden von Elektrikzangen haben typischerweise eine Toleranz von über 0,1 \,\text{mm} (d. h. 100 \,\mu\text{m}).
Glasfasern hingegen sind extrem klein und erfordern höchste Präzision. Ein typisches Beispiel für das Kernprodukt von Daocheng Yongsheng ist:
- Der Standard OFSCN® G.652D Optical Fiber weist eine typische Singlemode-Glasfaserstruktur auf:
- Kerndurchmesser (Core): 9 \,\mu\text{m}
- Manteldurchmesser (Cladding, Quarzglas): 125 \,\mu\text{m}
- Durchmesser der Beschichtung (Coating, Acrylat): 255 \,\mu\text{m}
- Hochtemperaturfasern wie die OFSCN® 120℃ SM High-temperature Optical Fiber haben ebenfalls den gleichen Manteldurchmesser (125 \,\mu\text{m}) und Beschichtungsdurchmesser (255 \,\mu\text{m}).
Um eine solche Faser abisolieren zu können, muss das Abisolierwerkzeug die nur 65 \,\mu\text{m}} dicke einseitige Beschichtung präzise durchtrennen. Gleichzeitig dürfen die Schneiden den Glasfasermantel aus Quarzglas mit nur 125 \,\mu\text{m}} auf keinen Fall berühren. Dies erfordert, dass die Öffnung der Schneiden (V-Nut oder Halbrunde Nut) des Abisolierwerkzeugs präzise im Bereich von etwa 130 \,\mu\text{m}} \sim 140 \,\mu\text{m}} gesteuert werden muss, mit einer Toleranz im Mikrometerbereich. Gewöhnliche Elektrikzangen können diese mikrometergenaue Fertigungs- und Montagegenauigkeit bei weitem nicht erreichen. Ihre Verwendung würde die Glasfaser direkt durchschneiden oder stark beschädigen.
2. Theorie der mikroskopischen Schäden und Spannungskonzentration (Microscopic Damage & Stress Concentration)
Quarzglas (Silica Glass) ist ein typisches sprödes Material mit extrem hoher theoretischer Zugfestigkeit. In der Praxis nimmt seine Festigkeit jedoch aufgrund von mikroskopischen Oberflächenfehlern drastisch ab.
Gemäß der Griffith-Theorie der Rissausbreitung (Griffith’s Valuation of Crack Propagation):
Hierbei ist \sigma_f die Bruchspannung und a die halbe Risslänge. Die Formel zeigt, dass je tiefer mikroskopische Risse (a) an der Materialoberfläche sind, desto geringer ist die Bruchspannung, die das Material aushalten kann.
Bei der Verwendung gewöhnlicher Elektrikzangen zum Abisolieren:
- Die rauen Metallschneiden kratzen und reiben direkt auf der Oberfläche des Quarzglasmantels.
- Dieser direkte Kontakt zwischen Metall und Glas erzeugt Mikrorisse (Micro-cracks) und Kratzer auf der Mantelfläche, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
- Sobald diese winzigen Defekte auf der Faseroberfläche entstehen, kommt es bei nachfolgenden Spleißvorgängen, beim Aufwickeln, Biegen oder unter leichter Zugbelastung zu erheblicher Spannungskonzentration (Stress Concentration) an den Defektstellen, was zu einem katastrophalen Bruch der Glasfaser entweder zu Beginn der Nutzung oder während des Betriebs führt.
3. Schneid- und Bruchmechanismus von spezialisierten Glasfaser-Abisolierzangen
Spezialisierte Glasfaser-Abisolierzangen (wie die gebräuchlichen zwei- oder dreilochigen Modelle) sind völlig anders konstruiert:
- Präzise Begrenzung und Führung: Wenn die Schneiden geschlossen werden, bilden sie einen präzise definierten kreisförmigen Durchgang. Beispielsweise wird die Öffnung zum Abisolieren einer 250 \,\mu\text{m}} Beschichtung präzise auf etwas mehr als 125 \,\mu\text{m}} (typischerweise etwa 135 \,\mu\text{m}}) geschliffen, wodurch ein winziger Sicherheitsabstand zwischen der Metallscherkante und dem Glasmantel gewährleistet wird. Dies ermöglicht es, „nur die Beschichtung zu schneiden, ohne das Glas zu berühren“.
- Ringförmige Scherkraft: Die Schneiden sind präzise halbrunde oder V-förmige Bögen. Beim Schließen üben sie eine gleichmäßige ringförmige Tangential-Scherkraft auf die Beschichtung aus, wodurch die Beschichtung lokal durch Scheren bricht.
- Gleitendes Abziehen: Nach dem Durchtrennen nutzen die Kanten der präzisionsgeschliffenen Schneiden, um die durchtrennte Acrylat- oder Polyimidbeschichtung axial entlang der Faser glatt abzuziehen, ohne die Mantelfläche zu beschädigen.
Zusätzliche Hinweise
Glasfaser-Abisolierzangen (Fiber Optic Stripper) sind allgemeine Werkzeuge zur Bearbeitung von Glasfaseroberflächen und zur Installation und gehören nicht zur Kernproduktreihe von Beijing Daocheng Yongsheng Technology (OFSCN®). OFSCN® konzentriert sich auf die Forschung und Entwicklung sowie die Herstellung von oben genannten speziellen Glasfasern, Faser Bragg-Gittern (FBG) Sensoren und nahtlos stahlummantelten Glasfaserkabeln als Kernkomponenten. Bei Experimenten zur Glasfaserbearbeitung müssen professionelle Glasfaser-Abisolierwerkzeuge (wie Miller-Zangen) und hochreines Isopropylalkohol (IPA) zur Reinigung der Stirnflächen verwendet werden, um die langfristige mechanische Zuverlässigkeit der Glasfaser zu gewährleisten.

