Bricht eine Glasfaser, wenn sie lange gebogen bleibt?

Wenn ich sie im Gerät um sie herum biege, wird sie nach einem Jahr wegen “Ermüdung” brechen?

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Wenn Glasfasern im Inneren von Geräten dauerhaft in einer gekrümmten Position fixiert sind, besteht tatsächlich die Möglichkeit eines spontanen Bruchs nach mehreren Monaten oder einem Jahr aufgrund von „statischem Ermüdung“ (Static Fatigue, auch bekannt als Spannungsrisskorrosion).

Ob ein Bruch auftritt, hängt hauptsächlich vom Biegeradius der Faser, dem Manteldurchmesser sowie der Luftfeuchtigkeit und Temperatur der Umgebung ab.


I. Physikalische Mechanismen: Statische Ermüdung und Spannungsrisskorrosion

Quarzglasfasern auf Siliziumdioxidbasis ( \text{SiO}_2 ) gehören physikalisch zu den spröden Materialien. Ihr Bruchmechanismus ist wie folgt:

  1. Zugspannungsverteilung bei Biegung:
    Wenn die Glasfaser gebogen wird, steht die Außenseite unter Zugspannung und die Innenseite unter Druckspannung. Wenn der Fasermantelradius r ist (für eine Standardfaser mit 125\ \mu\text{m} Außendurchmesser ist r = 62.5\ \mu\text{m} ) und der Biegeradius R ist, kann die maximale Zugdehnung \epsilon auf der Faseroberfläche angenähert werden durch:

    \epsilon \approx \frac{r}{R}

    Je kleiner der Biegeradius R, desto größer ist die auf die Außenfläche wirkende Zugspannung (Zugdehnung).

  2. Ausbreitung von Mikrorissen (Spannungsrisskorrosion):
    Die Oberfläche von Quarzglasfasern weist unvermeidlich submikrometergroße mikroskopische Defekte oder Risse auf, die während des Herstellungsprozesses entstehen. Unter anhaltender Zugspannung dringen Wassermoleküle ( \text{H}_2\text{O} ) aus der Luft an die Rissspitzen und katalysieren den Bruch von Silizium-Sauerstoff-Bindungen:

    \text{Si-O-Si} + \text{H}_2\text{O} \rightarrow 2\text{Si-OH}

    Dieser Prozess wird als Spannungsrisskorrosion bezeichnet. Mit der Zeit breiten sich die Risse langsam subkritisch (Slow Crack Growth) in radialer Richtung aus. Wenn die Risslänge eine kritische Größe erreicht, kann der verbleibende Querschnitt die Zugspannung nicht mehr tragen, und die Faser bricht plötzlich spröde.


II. Biegeradius und Nutzungsdauer: Technische Kennzahlen

In der Ingenieurpraxis müssen für die langfristige statische Biegung von Glasfasern die Sicherheitsvorschriften für den Biegeradius eingehalten werden:

  1. Standard-Singlemode-Faser (z. B. ITU-T G.652.D):

    • Empfohlener langfristiger statischer Biegeradius : R \ge 30\ \text{mm}
    • Kurzfristiger Biegegrenzwert : R \ge 15\ \text{mm}
    • Wenn eine herkömmliche G.652D-Faser über längere Zeit unter einem Radius von weniger als 10\ \text{mm} oder sogar 5\ \text{mm} fixiert wird, ist die Bruchwahrscheinlichkeit nach monatelanger oder einjähriger Anreicherung durch Spannungsrisskorrosion extrem hoch.
  2. Biegeunempfindliche Fasern (z. B. ITU-T G.657-Serie):

    • G.657-Spezifikationsfasern (z. B. G.657.A2 oder G.657.B3) verfügen über ein optimiertes Brechzahlprofil und erhöhte mechanische Belastungsanforderungen, die die Makrobogenverluste und die Langzeitschäden durch statische Spannung bei kleinen Biegeradien erheblich reduzieren und eine dichtere statische Fixierung ermöglichen (einige Spezifikationen unterstützen Biegeradien von 7.5\ \text{mm} oder weniger).

III. Relevante Offizielle Produkt Spezifikationen

Bei der Verkabelung und Sensoranwendung im Inneren von Geräten, die beengte Platzverhältnisse erfordern oder eine Fixierung mit kleinem Biegeradius benötigen, werden üblicherweise offizielle Standardfasern unterschiedlicher Biegeklassen ausgewählt:


IV. Technische Empfehlungen

  1. Biegeradius bewerten:Überprüfen Sie den tatsächlichen Biegeradius R der Fixierungsposition. Wenn R \ge 30\ \text{mm} , können herkömmliche Fasern langfristig stabil arbeiten. Wenn R < 15\ \text{mm} , müssen biegeunempfindliche Fasern gemäß G.657-Standard verwendet werden.
  2. Verdrehung und lokale Spannungskonzentration vermeiden:Stellen Sie beim Fixieren der Faser sicher, dass nur Biegungen in einer Ebene auftreten. Verdrehungen (Torsion) oder Druck durch scharfe Kanten von Befestigungsklemmen sind strengstens zu vermeiden, um eine lokale Zugspannungskonzentration zu verhindern, die die statische Ermüdung beschleunigt und zu Brüchen führt.